Kirchen
St. Jakobus
Geschichte Hünfelds und der Stadtpfarrkirche St. Jakobus
Kaiser
Karl der Große schenkte im Jahre 781 dem Kloster Fulda das "campus, qui
dicitur unofeld", also das "Feld, welches man Hünfeld" nennt. Dieses
Gelände umfasst im Wesentlichen das Gebiet der heutigen Großgemeinde
Hünfeld.
Zur wirtschaftlichen Nutzung und Verwaltung und zur
religiösen Betreuung dieser Schenkung entstand alsbald eine kleine
benediktinische Mönchsniederlassung, die sich zu einem Kloster und im
10. Jahrhundert zu einem Chorherrenstift entwickelte. Um dieses Kloster
herum siedelten sich Menschen an, die im Dienste der Mönche standen.
Besonders
gefördert und beschleunigt wurde die Entwicklung dieser Siedlung, als
der Handelsweg zwischen Mainz und Thüringen im 10. Jahrhundert durch
das Kinzigtal, über Fulda und Hünfeld in Richtung Vacha nach Eisenach
verlegt wurde. Da der neue Weg an seiner Hünfelder Raststation
besonders gute Verdienstmöglichkeiten bot, zog er besonders Siedler an,
die als Wirte, Schmiede, Wagner, Händler, Fuhrleute, Handwerker und
Knechte aus dem Handelsverkehr ihren Nutzen ziehen konnten. Bereits
1310 wurden dem Ort Stadtrechte verliehen.
Für die religiöse
Betreuung des Gebietes war das Kloster Hünfeld zuständig. Die Anwohner
wurden durch die Klosterpfarrei betreut. Da die Bevölkerungszahl
ständig stieg, wurde der Wunsch nach einer eigenen Pfarrkirche immer
stärker. Diese Pfarrkirche wurde dann um 1200 erbaut und zu Ehren des
Apostels Jakobus des Ältere geweiht. Eine selbständige Pfarrei Hünfeld
ist bereits Mitte des 12. Jahrhunderts nachgewiesen. Pfarrer dieser
Stadtpfarrei war stets ein Kanoniker des Kollegiatsstiftes zu Hünfeld.
Diese Vereinigung zwischen Stift und Pfarrkirche bestand bis zum
Untergang des Stifts 1803 im Zug der Säkularisation.
Seit Errichtung des Bistums Fulda im Jahre 1752 gehört die Pfarrei St. Jakobus Hünfeld zur Diözese Fulda.
Die
einstmals im romanischen Baustil errichtete erste Stadtpfarrkirche
musste 1506 einem Neubau in gotischem Stil weichen. Nur die beiden
Untergeschosse des heutigen Kirchturms und der Taufstein wurden aus der
ersten Kirche übernommen.
Im Zeitalter des Barock wurde die Kirche mit einem prächtigen Hochaltar ausgestattet.
Zum
Ende des 19. Jahrhunderts erinnerten sich kunstverständige Pfarrer,
Architekten und Bürger an die einstmals im gotischen Stil erbaute
Pfarrkirche und ließen den ursprünglichen Zustand wieder herstellen.
Die barocke Ausstattung wurde entfernt und drei neugotische Altäre
aufgestellt; sie sind farbig gefasste bzw. vergoldete Schnitzarbeiten eines Würzburger Meisters.
Kleinere
Veränderungen geschahen in Anpassung an die liturgischen Bestimmungen
des II. Vatikanischen Konzils. So wurden die Kommunionbank und die
Kanzel entfernt und ein neuer Zelebrationsaltar errichtet. Seit 1979
erklingt eine moderne Orgel mit 45 Registern und 2912 Pfeifen.
Zurzeit wird die Pfarrkirche einer - wohl noch mehrere Jahre dauernden - Generalsanierung unterzogen.




